{Reisen} Spontan mal zur Burg Mildenstein

Ich habe euch ja schon hier von unserem spontanen Trip am vorigen Sonntag zur Burg Mildenstein erzählt, nun kommt endlich der richtige Artikel dazu.
Eigentlich war ich ja bisher eher so ein Kulturbanause…aber seitdem Anna Geschichte studiert, ist unser beider Interesse für solch Zeugs mal wieder empor gekommen.
Auf alle Fälle wollen wir gern in Zukunft ein paar Burgen und Schlösser erklimmen, unter anderem die Dauerbrenner wie Schloss Neuschwanstein.
Aber da das ja doch alles etwas weiter weg ist und wir zeitlich auch immer genau schauen müssen, lag es irgendwie nahe, uns mal in der Umgebung umzuschauen.

Modell der Burg

Ich hätte nie gedacht, dass es in Sachsen allein sooo viele Burgen und Schlösser gibt. Krass. Aber gut für uns. Wir konnten also spontan am Sonntag hin, die Burg hat ab März geöffnet, der Eintritt kostete und ermäßigt 2,50€ und normal 5,00€.
Alles im Rahmen des möglichen, würde ich sagen.
Also nix wie rein, das Wetter hatte sich auch endlich dazu entschieden, eher heiter als stürmisch zu sein, und so konnten wir auch ausgiebig den Burghof in Augenschein nehmen.
Momentan sind auf der Burg noch Bauarbeiten, weswegen wir den hinteren Teil der Burg noch nicht ansehen konnten – also Pagenhaus und Herrenhaus werden gerade restauriert.
Übrigens ein toller Tipp für Familien oder Schulklassen: Wenn das fertig ist, kann man dann nicht nur auf dem Hof im Ofen selber lecker Brot backen, sondern dann auch in der neuen Küche gemeinsam kochen.
Klingt ziemlich toll und soll ab sommer diesen Jahres wohl auch möglich sein – zumindest sagt das erstmal das Bauschild 😉

Weg zum Innenhof der Burg

Auf alle Fälle haben wir unsere Tour also im Vorderschloss gestartet – mit dem freundlichen Tipp der Kassierin, uns auf alle Fälle von unten nach oben zu arbeiten und alles anzusehen.

Innenhof

Wir also rein in das Schloss – und gleich wieder raus. Huch …falsche Tür erwischt. Ich muss dazu sagen, es sind wirklich viele Türen beschriftet und ausgeschrieben, nur mein Herzensmann, naja, wie soll ich sagen, … also man hätte auch ein Kind dabei haben können. Nix und vor allem keine Tür war vor ihm sicher.
Was uns aber auch viele Einblicke bescherte, die wir allein wahrscheinlich nicht gehabt hätten – wer traut sich schon, in einem wildfremden Schloss einfach irgendeine Türe zu öffnen…

…wirklich keine Tür!

Auf alle Fälle geht es unten mit der Schwarzküche los. Die heißt übrigens so, weil sich über die Zeit der Ruß der Herde an den Wänden absetzte und sie deshalb schwarz wurden. Über kleine, verwinkelte Gänge gelangte man dann weiter ins innere der Burg.

Schwarzküche

Dort sind dann kleine Rundgänge ausgeschildert. Einmal nach links zu den Bauwerken und nach rechts zu den Gefängnissen – ratet mal, wo wir zuerst hin sind. Genau, ich musste mit den beiden zuallererst ab ins Gefängnis, gehen sie nicht über Los, ziehen sie keine 2000€ ein 😉
Auf alle Fälle gibt es da eine sehr schöne interessante Ausstellung zu der Folter und Strafverfolgung ab dem Mittelalter bis in die 2000er Jahre, denn bis in die 1950er fungierte Mildenstein teilweise noch immer als Gefängnis.

Ausstellung Gefängnis

Nachdem wir ausgiebig jede Zelle und jedes Folterinstrument und auch die Schlösser und Schlüssel begutachtet hatten, ging es zurück und zu den Bauwerken. Dort gab es eine kleine Ausstellung, aus welchen Materialien und wie die Burg aufgebaut ist. Und ein kleiner Kurzfilm, wie das Burggelände erschlossen und nach und nach bebaut und verändert wurde. Sehr interessant! Das Burggelände war ursprünglich nämlich mal fast doppelt so groß, mittlerweile sind Teile davon einfach in die Stadt Leisnig eingegliedert, wie zum Beispiel der alte Bergfried.

Aussicht und weiter geht´s

So, nun ging es für uns in die erste Etage, in der sich noch einmal eine Küche befand, die Amtsstube und eine weitere kleine Ausstellung mit einzelnen Waffen.

Küche, Ausstellung und Amtsstube

 

Aussicht!

Obendrüber kommt man dann in die Rittersäle, wo es auch eine kleine Truhe gibt, wo sich Kostüme für die Kleinen befinden, wenn man sich mal als Burgfräulein oder Knappe verkleiden will – Anna und ich konnten nicht widerstehen. Aber auch hier: Super Tipp für ein Ausflug mit Kids. Es gibt direkt Events für die Kids, wo auch eine echtes Burgfräulein zu Besuch ist 😉

Rittersaal…

 

…mit Schönheiten

 

…und Aussicht 😉

Die letzte Etage versetzte uns dann nochmal kurz in Staunen – ein riesengroßer ausgebauter Dachboden, der Platz für so einige Gäste bietet – wir hatten das Glück, dass an dem Sonntag (und dem Wetter und dem Monat) nicht sonderlich viele Besucher auf der Burg waren und wir so auch ein paar Bilder ohne viel Getümmel drauf schießen konnten.

 

Genialer Dachboden

Dann ging es auch wieder Trepp ab….raus in den Hof und den neueren Bergfried erklimmen.
Der Gedanke war easy. Aber dann haben wir da mal reingeguckt. Upsi, sehr dunkel, sehr steil und nicht gerade vertrauenserweckende Holzstufen…so eklige, wo man durch schauen kann.

Gruseliger Aufstieg…

Für Anna mit ihrer Höhenangst war das dann nix, ich bin mutig meinem Herzensmann hinterher, um ein paar schöne Fotos zu ergattern. Und tatsächlich. Als ich dann nach einer gefühlten Ewigkeit und mit etwas zittrigen Händen die Treppen hinter mir gelassen hatte, rief ich nochmal zur Sicherheit nach Anna, die nach wie vor unten die Stellung hielt und versicherte ihr, dass es Wahnsinnsfotos geben würde.

So sieht das übrigens von unten aus…

Dann schaute ich mich ein bisschen um, der Ausblick war wirklich fantastisch. Und dann fiel auf einmal irgendwo ne Tür polternd ins Schloss.
Ich – umgeschaut.
Mann weg. Gerufen. Nix. Anna gerufen. Nix.
Kurz Panik.
Auf einmal geht ne Treppe höher die Tür auf. „Elsi, wo bleibst du denn?!“
Ahhrg! Da war der einfach so weiter gekraxelt und hat mich da stehen lassen. Und mich erschreckt. Sowas is nix für mein zartes Gemüt. Ich bin ja sonst nicht so, aber bei 30 Meter über dem Boden empfindet man dann doch etwas anders.

Das Thema mit den Türen…

Übrigens hat er da wieder ne Tür geöffnet, die nicht ausgeschildert war. Wahrscheinlich dürfen auch deswegen Kinder bis 12 nur in Begleitung Erwachsener da hoch 😉
Aber als wir dann draußen auf dem Bergfried standen, war ich richtig begeistert. Top Aussicht und dann hab ich auch Anna gesehen – die stand draußen und hat frische Luft geschnappt…haha!

…aber beste Aussicht!

Irgendwann sind wir dann da wieder runter (was komischerweise viel schneller ging als hochzu) und haben noch den restlichen Hof erkundet. Natürlich war auch hier keine Tür vor den anderen beiden sicher…so wurden die voran geschrittenen Bauarbeiten im Herrenhaus kurz begutachtet, für zu staubig befunden und dann die nächste Tür gecheckt.
Und auf dem Hof gab es tatsächlich noch ne kleine Gefängniszelle außen. Also wer da mal echtes Feeling will, der ist da sicher goldrichtig. Absolut mini, dunkel, stickig, dreckig, nass, kalt und einfach total … Gefängnis aus dem Mittelalter halt.

Innenhof mit Wehrgang

Wir hatten zu Glück die Wahl und konnten es wieder verlassen, ebenso wie die kleine Kapelle, die uns doch etwas … naja, gruselig erschien.
Hinter dem neuen Bergfried war auch noch eine Tür, allerdings verschlossen. Da geht es wahrscheinlich in den Garten runter.
Aber alles in allem war es wirklich ein sehr lohnenswerter Ausflug und noch ein Geheimtipp hinterher: Im Sommer ist der anliegende Burggarten auch geöffnet, in dem man sich auch wunderbar sonnen kann 😉

Vielleicht habe ich euch ja jetzt ein kleines bisschen Lust auf etwas Kultur gemacht 🙂
Wenn nicht: Es werden noch ein paar Burgen und Schlösser folgen!

Seid lieb gegrüßt,
Eure Elsa

PS: wenn ihr noch ein paar mehr History-Facts wollt, schaut gern mal bei Anna vorbei – sie schreibt euch die Geschichtstudenten-Variante 😉

PPS: Hier gleich mal der Link zur direkten Seite der Burg.

4 Kommentare

  1. Liebe Elsa,
    danke dass ich bei dir eine kleine Burgbesichtigung hatte.
    Ich liebe alte Burgen und Schlösser.
    Diese Burg kannte ich bisher aber noch nicht. Schön die kleinen Einblicke.
    Liebe Grüße Silke

  2. Liebe Elsa,

    ein sehr schöner Post 🙂 Und das mit deinem Freund – hahaha, das kam mir ja so bekannt vor! Mein Freund mutiert in solchen Situationen auch zum kleinen Kind und ist dann neugierig bis zum geht nicht mehr… Dann heißt es immer "Wenn es verboten wäre, würde hier ein Schild mit 'Eintritt verboten' stehen". Männer! ;D

    Meine Liebe, ich wünsche dir noch eine tolle Woche und liebe Grüße,
    Rosy ♥

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